Be aware! Sensibilisierung & Empowerment in interkulturellen Begegnungen

Be aware - Sensibilisierung & Empowerment in interkulturellen Begegnungen

Die letzten Monate haben bei vielen den Eindruck bestärkt, dass die Spaltung der Gesellschaft – v.a. auch mit Blick auf Fragen von Flucht, Migration und Inklusion – tiefer geworden ist.
Migrant_innen, Geflüchtete und ihre Unterstützer_innen geraten zunehmend unter Druck. Der ‚Willkommenskultur‘ stehen immer restriktivere Asylgesetze und eine (europaweite) Abschottungspolitik gegenüber. Ein erstarkender Rechtspopulismus macht mit platten Parolen und teilweise auch gewalttätig Stimmung gegen alles, was ihnen ‚anders‘ und ‚fremd‘ erscheint. Und er kann damit beachtliche Erfolge verbuchen.
Eine im Alltag präsente Kritik an diesen „deutschen (und europäischen) Zuständen“ ist deshalb dringlicher denn je!

In dieser Seminarreihe wollen wir uns gemeinsam über diese aktuellen Entwicklungen und unseren Umgang mit ihnen austauschen. Wir wollen über den Tellerrand hinausschauen und die globalen Dimensionen und die geschichtlichen Hintergründe von Flucht und Migration ebenso beleuchten wie alte und neue Erscheinungsformen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.
Dabei wollen wir nicht bei einer Bestandsaufnahme stehen bleiben, sondern v.a. auch praktische und pädagogische Handlungsstrategien gegen Rassismus und Diskriminierung in den Mittelpunkt stellen.

Die Seminare richten sich an Menschen mit und ohne Migrations- und Fluchterfahrung. Zusammen mit unserem Kooperationsprojekt ‚be visible‘ (von Trixiewiz e.V.) möchten wir die Sichtbarkeit migrantischer Standpunkte in der Bildungsarbeit fördern und Geflüchtete als Teamende aktiv einbeziehen.
An diesem Begegnungsort wollen wir nicht nur für unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungshorizonte sensibilisieren, sondern auch danach fragen, wie solidarisches Handeln über Grenzen hinweg möglich sein kann.

 

Die kommenden Termine 2017 im Überblick

 

Teilnahme und Anmeldung

Die Teilnahmegebühr beträgt 5€ pro Person und Seminar. Darin enthalten sind das Mittagessen, Getränke und Snacks.

 

Bildungsurlaub

Die einzelnen Tagesseminare werden für berufstätige Teilnehmer_innen aus Berlin als Bildungsurlaub anerkannt. Sie gelten als Veranstaltungen der beruflichen Weiterbildung wie auch der politischen Bildung. Der Bildungsurlaub für Arbeitnehmer_innen muss bei den jeweiligen Arbeitgeber_innen beantragt werden. Bitte beachtet etwaige Fristen, die in Eurem Betrieb hierfür gelten.

Mehr Infos zum Bildungsurlaub, seiner Beantragung und den Freistellungsmöglichkeiten gibt es auf der Seite der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen.

 

Veranstaltungsort und Anfahrt

Alle Seminare finden (sofern nicht anders angegeben) im tagungswerk im KuBiZ statt:
Kultur- und Bildungszentrum Raoul Wallenberg | Bernkasteler Str. 78 | 13088 Berlin-Weißensee
Erreichbar mit der Tram M4 (Buschallee), den Tramlinien 12 und 27 (Berliner Allee/Rennbahnstraße) oder den Bussen 156, 255 oder 259.

 

Veranstaltungsflyer

Den Flyer zur Veranstaltungsreihe gibt es hier zum Download als PDF.

 

Die Seminare im Detail

Stereotype und verinnerlichter Rassismus – Einführung in den Anti-Bias-Ansatz

Fr. 13.01.2017 (09:30 – 17:30h) | ZUSATZTERMIN

Nach einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch wollen wir Euch den „Anti-Bias-Ansatz“ vorstellen, der verschiedene Diskriminierungen (wie Ethnizität, Klasse, Geschlecht etc.) in ihrem Zusammenwirken beleuchtet. Wodurch entstehen Stereotype, wie funktionieren sie? Und wie können sie in pädagogischen Arbeit reflektiert und abgebaut werden?
Anti-Bias ist konkret und alltagsnah: Ausgangspunkt für gesellschaftliche Veränderungen ist immer die eigene Person. In diesem Seminar werden wir verschiedene Anti-Bias-Methoden kennenlernen, ausprobieren und diskutieren.

Flüchtlingsselbstorganisation und Proteste: Geschichte, Kontinuitäten und Perspektiven

Sa. 28.01.2017 (09:30 – 17:30h)

Mit dieser Veranstaltung wollen wir einen Einblick in die Geschichte der Flüchtlingsproteste seit den 90er Jahren bis zum Flüchtlingsmarsch und den Protesten am Berliner Oranienplatz geben. Wir werden auf die Ziele und Forderungen aber auch die Wirkungen der Flüchtlingsbewegungen eingehen. Zudem wollen wir die Schwierigkeiten und Chancen in der transkulturellen politischen Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Flucht/Migrationshintergrund beleuchten und uns letztlich auch die Frage stellen, wie die Perspektiven für Flüchtlings- und Solidaritätsbewegungen in Zeiten der gesellschaftlichen Auseinandersetzung zwischen Pegida, realer Flüchtlingsabwehrpolitik und Willkommenskultur aussehen.

Die Kehrseiten des Wohlstands – was hat unser Lebensstil mit Flucht und Migration zu tun?

Sa. 11.02.2017 (09:30 – 17:30h)

In der öffentlichen Diskussion um Flüchtlinge wird selten thematisiert, dass die reichen Industrienationen – seit dem Kolonialismus – die Grundlagen für Flucht und Migration auch selbst schaffen: Konsumverhalten, Rüstungsexporte, diskriminierende Welthandelsstrukturen etc. Im Seminar wird es um eine Analyse der Verantwortlichkeiten (historisch & aktuell) gehen und darüber hinaus auch um unsere Handlungsmöglichkeiten für eine gerechtere Welt.

Forumtheater – Kreative Entwicklung von Handlungsstrategien gegen Diskriminierung

Fr. 10.03.2017 (09:30 – 17:30h)

Der brasilianische Regisseur und Theatermacher Augusto Boal entwickelte das Forum-Theater als Teil seines ‚Theaters der Unterdrückten‘. Die Schauspielenden stellen hierin eine Konfliktsituation auf der Bühne szenisch dar, die Zuschauenden sollen durch Improvisation in die Krisensituation eingreifen und alternative Lösungen für die Krise im Theaterspiel entwickeln.
In diesem Praxisworkshop wollen wir das Forum-Theater als pädagogische Methode erproben und uns mit seiner Hilfe Handlungsstrategien für konkrete Alltagssituationen erarbeiten. So lernen wir, Rassismus und diskriminierendem Verhalten besser begegnen, und intervenieren zu können.

(Alter) Rassismus im populistischen Gewand? Migrationsdebatten vom Nachkriegs-Westdeutschland bis heute

Fr. 17.03.2017 (09:30 – 17:30h)

Ist der aktuell aufflammende Rassismus in Deutschland eine Folge der in den letzten Jahren erstarkenden rechtspopulistischen Politik? In der Geschichte der BRD und des wiedervereinigten Deutschlands sind öffentliche Debatten zum Thema Migration von der Mehrheitsgesellschaft immer stark rassistisch geprägt gewesen. Wir wollen uns auf eine Spurensuche dieser oft blinden Flecken Deutscher Geschichte begeben, um herauszufinden, was die Fundamente des aktuellen Rassismus sind. Wie wurde der Rassismus „im bürgerlichen Gewand“ in der Mitte der Gesellschaft verankert und salonfähig gemacht?

Flüchtlingsselbstorganisation und Proteste: Geschichte, Kontinuitäten und Perspektiven

Fr. 07.04.2017 (09:30 – 17:30h) (Zusatztermin)

Mit dieser Veranstaltung wollen wir einen Einblick in die Geschichte der Flüchtlingsproteste seit den 90er Jahren bis zum Flüchtlingsmarsch und den Protesten am Berliner Oranienplatz geben. Wir werden auf die Ziele und Forderungen aber auch die Wirkungen der Flüchtlingsbewegungen eingehen. Zudem wollen wir die Schwierigkeiten und Chancen in der transkulturellen politischen Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Flucht/Migrationshintergrund beleuchten und uns letztlich auch die Frage stellen, wie die Perspektiven für Flüchtlings- und Solidaritätsbewegungen in Zeiten der gesellschaftlichen Auseinandersetzung zwischen Pegida, realer Flüchtlingsabwehrpolitik und Willkommenskultur aussehen.

Die Kehrseiten des Wohlstands – was hat unser Lebensstil mit Flucht und Migration zu tun?

Do. 27.04.2017 (09:30 – 17:30h) (Zusatztermin)

In der öffentlichen Diskussion um Flüchtlinge wird selten thematisiert, dass die reichen Industrienationen – seit dem Kolonialismus – die Grundlagen für Flucht und Migration auch selbst schaffen: Konsumverhalten, Rüstungsexporte, diskriminierende Welthandelsstrukturen etc. Im Seminar wird es um eine Analyse der Verantwortlichkeiten (historisch & aktuell) gehen und darüber hinaus auch um unsere Handlungsmöglichkeiten für eine gerechtere Welt.

Die großen Lügen in der Migrations- und Flüchtlingsdebatte

Fr. 05.05.2017 (09:30 – 17:30h)

In die aktuelle Flüchtlingsdebatte mischen sich immer wieder falsche Behauptungen, Verkürzungen und Verzerrungen, die regelmäßig Stereotype über „die Ausländer“ bedienen. Folgende Sätze hat wahrscheinlich jede_r schon einmal gehört: „Das sind doch alles nur Wirtschaftsflüchtlinge.“ „Balkanländer sind sichere Herkunftsländer“, „Der deutsche Staat sorgt besser für die Flüchtlinge als für uns.“ …
In diesem Tagesseminar geht es darum, aufzuzeigen, welche falschen und halb-wahren Statements in der Öffentlichkeit gestreut werden und wie diese argumentativ entkräftet werden können.

Kolonialismus – Erinnerungskulturen im Nord-Süd-Vergleich

Sa. 27.05.2017 (10:00 – 18:00h) – Seminar und Stadtrundgang

Nach wie vor gehört Deutschlands Kolonialgeschichte zu den häufig verdrängten Kapiteln seiner Geschichte. Im Seminar wollen wir den historischen Spuren des Kolonialismus in der Stadt folgen und dabei auch aktuelle (erinnerungs)politische Kontroversen beleuchten.
Im zweiten Teil werden wir die Perspektive wechseln und beleuchten, wie z.B. in Afrika an den Kolonialismus erinnert wird? Wie beeinflusst die Kolonialgeschichte Politik und Gesellschaft in den ehemaligen Kolonien? Und wie können wir – ohne Paternalismus – im globalen Norden Verantwortung für unsere Geschichte übernehmen?
Mit: Israel Kaunatjike (Bündnis „Völkermord verjährt nicht!“)
Das Seminar beginnt mit einer Stadtführung und wird später im tagungswerk im KuBiZ fortgesetzt. Wir treffen uns um 10h am Bethlehemkirchplatz (nahe U2/U6 Stadtmitte).

Die koloniale Brille – Geschichte und Kontinuitäten von postkolonialen Sichtweisen

Sa. 10.06.2017 (09:30 – 17:30h) (Zusatztermin)

Was haben der fliegende Teppich, Jim Knopf und die Zarotti-Schokolade mit kolonialem Denken zu tun? Seid ihr neugierig geworden, dann kommt zu unserem Workshop. Wir werden uns kritisch mit der Geschichte und Gegenwart unserer kolonialer Denk- und Handlungsmuster beschäftigen und der Frage nachgehen, wie diese bis heute in unserer Alltagskultur verankert sind. Mit Hilfe postkolonialer Erkenntnisse werden wir diese sichtbar machen, hinterfragen und nach Möglichkeiten suchen, diese (auch durch interaktive Bildungsmethoden) aufzubrechen.

(Alter) Rassismus im populistischen Gewand? Migrationsdebatten vom Nachkriegs-Westdeutschland bis heute

Fr. 16.06.2017 (09:30 – 17:30h) DER TERMIN MUSS LEIDER ENTFALLEN!

Kolonialismus – Erinnerungskulturen im Nord-Süd-Vergleich

Sa. 15.07.2017 (10:00 – 18:00h) – Seminar und Stadtrundgang
Nach wie vor gehört Deutschlands Kolonialgeschichte zu den häufig verdrängten Kapiteln seiner Geschichte. Im Seminar wollen wir den historischen Spuren des Kolonialismus in der Stadt folgen und dabei auch aktuelle (erinnerungs)politische Kontroversen beleuchten.
Im zweiten Teil werden wir die Perspektive wechseln und beleuchten, wie z.B. in Afrika an den Kolonialismus erinnert wird? Wie beeinflusst die Kolonialgeschichte Politik und Gesellschaft in den ehemaligen Kolonien? Und wie können wir – ohne Paternalismus – im globalen Norden Verantwortung für unsere Geschichte übernehmen?
Mit: Israel Kaunatjike (Bündnis „Völkermord verjährt nicht!“)
Das Seminar beginnt mit einer Stadtführung und wird später im tagungswerk im KuBiZ fortgesetzt. Wir treffen uns um 10h am Bethlehemkirchplatz (nahe U2/U6 Stadtmitte).

 

Die Veranstaltungsreihe wird gefördert von der Berliner Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit und von Engagement Global.
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