Dieses Seminar besteht aus zwei Teilen. Zunächst treffen wir uns in Berlin-Mitte zu einem Stadtrundgang zur Berliner Kolonialgeschichte. Zum gemeinsamen Mittagessen fahren wir nach Weißensee, wo der zweite Teil im tagungswerk Seminar- und Gästehaus stattfindet.

Die politischen Kämpfe von Nachkommen der Opfer des deutschen Kolonialismus zeigen erste Wirkungen: Ihre Perspektiven und Forderungen wurden in den gesellschaftlichen Diskursen sichtbarer und erste Teilerfolge partieller Verantwortungsübernahme für die Verbrechen der Kolonialzeit wurden erzielt. Trotzdem gilt die Kolonialzeit vielen Deutschen bis heute als eher unwichtige Epoche und zentrale Forderungen bleiben bisher unerfüllt.

Als Teil der kritischen Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialismus nehmen wir die Auswirkungen der (post-)kolonialen Ordnungen (gesellschaftlich, politisch, sozial, kulturell, ökonomisch) auf das Leben der Menschen in den ehemaligen Kolonien und auf Berlin als Hauptstadt der ehemaligen Kolonialmacht in den Blick.
 
Am Vormittag werden wir zentrale Orte deutscher Kolonialgeschichte in Berlin während eines Stadtrundgangs vorstellen und ihre Aktualität bis in die heutige Zeit aufzeigen. Der Herero-Aktivist Israel Kaunatjike wird im zweiten Teil des Seminars am Beispiel der Verbrechen der deutschen Kolonialmacht im damaligen Deutsch-Südwestafrika (Namibia) vom Gedenken an die Kolonialgeschichte in Namibia und seinem Kampf für die Anerkennung der Verbrechen und die Entschädigung der Opfer berichten.

Mit diesem Seminar wollen wir auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den jeweiligen Erinnerungskulturen in Afrika und hier in Europa aufzeigen und unsere Sichtweisen auf den deutschen Kolonialismus erweitern.

Israel Kaunatjike wurde 1947 in Okahandja, der Hauptstadt der Herero, in Namibia geboren. Seit 1970 lebt er in Berlin.

Der Teilnahmebeitrag für Tagesseminare beträgt 10€ pro Person (ermäßigte 5€). Die Anmeldung erfolgt unter solarev.org/be-aware/anmeldung.


Die Veranstaltung ist als Bildungsurlaub nach §11 BiUrlG des Landes Berlin anerkannt!
Bildungsurlaub bezeichnet den Rechtsanspruch von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gegenüber ihrem Arbeitgeber auf bezahlte Freistellung von der Arbeit für die Teilnahme an anerkannten oder als anerkannt geltenden Veranstaltungen, die der politischen Bildung und/oder beruflichen Weiterbildung dienen. Weitere Infos: https://www.berlin.de/sen/arbeit/berlinarbeit-ziel-3/bildungsurlaub/

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