Am Rande eines abgeschiedenen, norditalienischen Alpendorfes bauen wir einen tauschlogikfreien Ort für politische, soziale und ökologische Bildung, Empowerment, Regeneration und konstruktive Prozesse für alle auf.  Dazu haben wir ein leerstehendes, über hundert Jahre altes Anwesen erworben und mit neuem Leben erfüllt. Es liegt im rund 380 Einwohner:innen zählenden Bergdorf im Valle Cannobina am Rande des größten Wildnisschutzgebietes der Alpen, dem „Val Grande“. Die Atmosphäre ist geprägt von der Zeitlosigkeit der ringsum von naturbelassenem Wald überzogenen Berge mit ihren kahlen Spitzen und Kämmen. Es ist ruhig hier und die Witterungen werden wahrnehmbar und bedeutsam. Ein idealer Ort zum Lernen, Treffen, Pläne-Schmieden, Natur-Erkunden und sich erholen. Und doch fährt von der nahegelegenen und gut angebundenen Kleinstadt Cannobio am Lago Maggiore ein Bus in dieses Dorf.

Das Projekt soll möglichst ohne finanzielle Barrieren und für viele Leute nutzbar sein. Um unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten und damit verbundene Privilegien oder Benachteiligungen auszugleichen und niedrigschwellig und unkommerziell Zugänge zu schaffen, wird dieser Ort tauschlogikfrei gestaltet. D.h. er wird durch Projektmittel und Spenden finanziert – die Nutzung ist von Gegenleistungen entkoppelt.

Um dies zu ermöglichen, nutzen wir auch Potentiale der Selbsthilfe zum solidarischen Aufbau von Commons und haben bereits viele Arbeiten in Selbsthilfe und mit solidarischen Helfenden erledigt.

Das Haus soll von Gruppen und Initiativen, Familien und Einzelpersonen genutzt werden können u.a. für Bildungsangebote, aber auch zur Erholung und Regeneration. Wir möchten damit – insbesondere auch für diskriminierungsbetroffene und mehrfach deprivilegierte Menschen –  einen Raum für Empowerment, Dialog, Vernetzung, psychosoziale Unterstützung und Aktivitäten und für gesellschaftspolitisches Engagement ermöglichen. Wir widmen uns dort den Themen Intersektionalität und diskriminierungskritische Bildungsarbeit, Klimagerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Care. Auch (Bildungs-)Angebote zur Förderung von Achtsamkeit, Self-Care, Bewusstsein, Selbstveränderung und Kreativität sollen hier Platz finden.

Im Dorf gibt es noch einen kleinen Laden für die wichtigsten Dinge des täglichen Bedarfs, eine Post sowie eine Pizzeria und eine Bar. Zudem zwei kleine Museen, zur Ethnographie und zur Geologie. Viele der alten Häuser sind zu Ferienhäusern umgenutzt worden und die Mehrzahl der Bewohner*innen sind im Rentenalter.

Unser Haus befindet sich – wie der Name schon sagt – in Hanglage (in pendenza), wie fast alle Häuser im Ort. Es besteht aus einem soliden Natursteinhaus mit fünf Wohnräumen, einer an das Haupthaus angebauten Scheune, zwei Nebengebäuden und großem Grundstück mit sehr altem Esskastanienbestand. In diesem Kastanienwald gibt es noch zwei kleine (nicht ausgebaute) Häuser oberhalb des Hauses, die über schmale Pfade durch den Wald vom Haus aus erreichbar sind. Es wurden mehrere Terrassen angelegt. Das Haus ist  auf den letzten ca. 200 Metern nur über einen teils schmalen, teils stufig-gerölligen, relativ stark ansteigenden Fußweg zu erreichen. Um in den Wohnraum und die Küche in der ersten Etage zu gelangen, müssen einige Stufen zurückgelegt werden sowie weitere Stufen, um in die darüberliegenden Schlafräume zu gelangen.

Das Haus verfügt über Strom und Wasser, ein kleines Bad und eine gut ausgestattete Küche. Derzeit  können nur die Küche und das Wohnzimmer mit einem Holzofen geheizt werden.

Insgesamt sind 10 Betten und eine Ausziehcouch (für insgesamt 13 Personen) vorhanden sowie Liegen und Matratzen zum Aufbetten.